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Vermeidung von Betriebsstörungen in der Kanalisation
In verschiedenen Fällen melden
sich Bürger bei den Gemeindeverwaltungen unserer Mitgliedsgemeinden oder im
Abwasserzweckverband "Kleine Spree", weil sie eine Störung in der
Kanalisation bemerkt haben.
Wenn die Zuständigkeit nicht
sofort feststellbar ist, möchten wir einen Vororttermin vereinbaren. Dabei
gehen wir zunächst davon aus, dass der Beschwerdeführer keinen Missbrauch
unserer Offenheit bezweckt.
Von uns ist zu klären:
- Liegt private oder öffentliche
Zuständigkeit oder die eines Leitungsträgers vor
- Wie sind die Kosten
einzuordnen
- Wie ist das Problem
schnellstens zu beheben
- Bis zu welchem realistischen
Termin ist das Problem zu lösen
- Soll eine Rückmeldung erfolgen
Wenn feststellbar ist, dass es
sich bei der Betriebsstörung um eine private Angelegenheit handelt, wird
- der Bürger eingehend beraten,
wie das Problem zu lösen ist
- dem Bürger ein fachkundiger
Handwerker empfohlen, ohne die erforderliche Neutralität aufzugeben
- wenn möglich eine
Kostenschätzung vorgenommen
Die uns bisher erreichten
Beschwerden hatten in der Mehrzahl folgenden Inhalt:
- feuchte Kellerwände oder
fließendes Wasser aus der Wand
- Kellerüberflutung
- Geruchsbelästigung
- Rattenbefall
- gemischte
Entwässerungsleitungen
- Nachbarschaftsstreit
- klappernder Kanaldeckel
- verstopfter Straßeneinlauf
Bereits währen des ersten
Gespräches versuchen wir die Ursache des Problems durch gezielte Fragen
einzugrenzen:
- Wo liegen private oder
öffentliche Ver- und Entsorgungsleitungen
- Gibt es Leitungspläne oder
Insiderwissen
- Wie ist der Untergrund
beschaffen
- Ab welcher Tiefe ist mit
Grundwasser zu rechnen
- Wo genau tritt die
Kellerdurchfeutung auf – innen, außen, am Fußboden
- Wann tritt die Durchfeuchtung
auf – dauernd, bei Regen oder zeitweilig, ohne dass es regnet
Häufige Ursachen der
Durchfeuchtung des Kellers sind nach unserer Erfahrung
- Grundwasser oder/und
Hangwasser in Verbindung mit mangelhafter Abdichtung der Kellerwände
- Regenwasser in aufgefüllter
Baugrube an der Kellerwand mit mangelhafter Abdichtung
- Baufehler an der Kellerwand
durch fehlende Feuchtigkeitssperre
- Abriss des Regenfallrohrs am
Übergang in die Grundleitung in Verbindung mit schlechter Abdichtung der
Kellerwand. Der Abriss kann durch Bodensetzungen und Frosteinwirkung
erfolgen.
- Rohrbruch in der Trinkwasser-
oder Abwasserleitung
- Schadhafter Hausanschluss und
schlechte Abdichtung
- Die Bettung der Neuverlegung
von Strom- oder Gasanschluss kann wasserführend sein. Die Wanddurchführung
ist nicht nach oben gezogen.
- Versandete oder defekte
Drainage mit Rückstauerscheinungen in Verbindung mit fehlender
Feuchtigkeitssperre der Kellerwände.
„Mein Keller ist überflutet!“
- Feststellen, ob es sich um
eine Kanalverstopfung handelt. Suche nach dem tiefstgelegenen
Kontrollschacht, in den das Wasser steht.
- Handelt es sich um eine
hydraulische Überlastung der Kanalisation, die vorübergehend auftritt
- Ist der
Grundstücksanschlussschacht leer, kann es sich um eine Verstopfung der
Grundstücksentwässerungsleitung handeln.
Nach der Beseitigung der
Überflutung kann die Ursachenforschung beginnen
- Wo kommt das Wasser her
- Wird der Keller öfter
überflutet
- Wann wird der Keller
überflutet – bei Regen – tagsüber
- Wie wirken die
Entwässerungseinrichtungen im Keller – wie ist ihre Lage zur Rückstauebene
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Quelle der Überflutung |
Ursache der Überflutung |
- Bodenablauf im Keller
- Dusche im Keller
- Waschbecken im Keller
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- Fehlende oder mangelhafte
Rückstausicherung
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- Fehlende oder defekte
Hebeanlage
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- Außen liegende
Kellertreppe
- Garagenrampe
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- Fehlender Bodenablauf oder
- Defekte Rückstausicherung
- Versickerung verschlammt
- Hydraulische Überlastung
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- Lichtschacht am
Kellerfenster
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- Falsches Gefälle der
Außenflächen (Weg, Garten)
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- Küchenspüle in
Obergeschossen
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- Rückstauebene über
Erdgeschoss
- Fallleitung verstopft
- Fehlende oder mangelnde
Entlüftung über das Dach
- Schaum in der Fallleitung
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- Wenn kein Ablauf im Keller
aus Fußboden oder Wand
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Mögliche Überflutungsursachen
„Aus dem Kanal stinkt es!“
- Verhinderung und Entfernung
von Ablagerungen
- Vermeidung des Entstehens von
Geruchsstoffen
- Erhaltung des aeroben Milieus
- Verhinderung von Ausgasungen
durch Vermeidung von Turbulenzen
- Überdeckung des Geruchs durch
Filtereinsätze
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Kanalgeruch im Freien |
Ursachen |
- Aus Kontrollschächten
- Aus Straßeneinläufen
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- Ablagerungen durch:
- Schwaches Gefälle
- Falsche Berme
- Fehlendes Gerinne
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- Fehlende oder falsch
angeordnete Entlüftung
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In der Umgebung von:
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Kläranlagen
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Pumpwerken
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Schlammbehandlung |
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Betriebsführung
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Wetterlage
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Hitze |
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Kanalgeruch im Gebäude |
Ursache |
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Fehlender Geruchsverschluss
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Geruchsverschluss wird leergesogen wegen falscher oder
fehlender Dachentlüftung
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Geruchverschluss trocknet aus
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Undichte Abwasserleitung unter dem Geruchverschluss |
Ursachen für Kanalgerüche
Anruf eines Bürgers: „Bei mir
kommen Ratten aus dem Kanal!“
Rattenbefall löst unter den
Bürgern Unruhe und Unbehagen aus. Ratten, die in das freie Gelände
vordringen, sind schwer zu bekämpfen. Oftmals ist auch die Zuständigkeit für
die Rattenbekämpfung nicht geregelt.
Wegen der schweren Zuordenbarkeit
des Standortes und der Herkunft des Rattenbefalls gibt es Kompetenzstreit
innerhalb der Gemeindeverwaltung, auf wessen Konto die Bekämpfung des
Rattenbefalls gebucht wird.
Auch deshalb ist jeder
Rattenbefall sorgfältig zu analysieren und sachkundig zu bekämpfen.
Erste Erkundungsschritte am Ort
des Befalls:
- Wo kommen die Ratten genau
her?
- Wie ist der Zustand um das
Gebäude und im Gelände?
- Wie ist der Zustand im
Gebäude?
Häufige Ursachen für den
Aufenthalt sind:
- Sehr großes Nährstoffangebot
- Lebensmittelreste im Freien
(z.B. einer wilden Mülldeponie)
- Lebensmittelreste, die über
Spültisch oder Toilette in die Kanalisation entsorgt werden
- Fettablagerungen in der
Kanalisation
Ursachen für den Austritt der
Ratten aus dem Kanal:
- Offene, nicht vergitterte
Verbindungen vom Kanal ins Freie (z.B. in Regenüberlaufbecken)
- Defekte oder offene
Abflussrohre am oder im Gebäude (Keller, Nebengelass)
Exponierte Sammelstellen für
Ratten:
- Wilde Müllablagerungen
- Falsch angelegte und
betriebene Komposthaufen oder Komposter
- Übermäßige Fütterung von
Haustieren (z.B. Katzen, Tauben, Enten, Fische u.a.)
- Überquellende Mülltonnen
Vorbeugemaßnahmen gegen einen
Rattenbefall in der Kanalisation:
Bei der Rattenbekämpfung in der
Kanalisation müssen die Gift- oder Fraßköder gewechselt werden, um eine
Resistenz der Population gegen das Gift zu vermeiden. Ratten können sich den
bestehenden Umwelt- und Lebensbedingungen sehr gut anpassen und damit
eingeleiteten Bekämpfungsmaßnahmen effektiv widerstehen.
Die Rattenbekämpfung im Freiland
ist problematisch, weil die Köder von Haustieren aufgenommen werden können
oder gar spielende Kinder gefährden.
Zum Einsatz gelangen nur
Fraßköder, die vom Bundesumweltamt anerkannt sind und im Bundesanzeiger oder
im Bundesgesundheitsblatt bekannt gemacht wurden. In keinem Fall werden
Fraßköder an Bürger weitergegeben, die selbst Ratten bekämpfen wollen.

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